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29.09.2012
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Kurt Lichtensteiger

Bunte Interpretation alter Lieder

Auf ihrer «Tour drü» gastierte das Quartett Roti Rösli in Aadorf. Die vier Damen überzeugten mit geschickt arrangierten Volksliedern.

AADORF. So ehrbar die Bezeichnung Roti Rösli daherkommen mag, so arglos, brav und bieder waren die Sopranistin Sara Hugelshofer (Gesangslehrerin in Aadorf), die Mezzosopranistin Milena Bendakova und zwei sie instrumental und gesanglich begleitende Damen nicht. Auf der Bühne geizten die in knallig rotem Outfit und passenden Ballerinas auftretenden Musikerinnen nämlich nicht mit einer Prise Sex Appeal.

Interpretationen alter Lieder

Natürlich weckte das geläufige Liedgut aus den Kinderjahren Erinnerungen. Geschickt arrangiert und umgeschrieben, wirkten Lieder wie «S’Ramseyers», «Es wott es Fraueli z’Märit gah», «Vo Lozärn gegä Wäggis zue», aber auch bekannte Westschweizer und rätoromanische Volkslieder keineswegs verstaubt. Da passte auch ein verfremdetes Lied des Berner Troubadours Mani Matter bestens in die Reihe. Trendig, humorvoll, mit Respekt vor dem Liedgut und nicht etwa als Persiflage kamen die Interpretationen daher.

«Mundart ist sehr schön»

Gut angekommen waren die Roti Rösli bei Sandra Gansner aus Häuslenen. «Es muss nicht immer alles englisch tönen und der gängigen Mode entsprechen, um Begeisterung auszulösen.» Ins Schwärmen geriet auch die Aadorferin Flurina Müller, die das Zurück zu Mundartliedern mag: «Der Abend wurde zum erwarteten Hochgenuss. Es ist einmalig, wie die Sängerinnen stimmlich aufeinander eingehen.» (kli)